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Polyäther

Die Lagerung darf keinesfalls im Kühlschrank erfolgen. Temperaturen unter 18 Grad können das Material schädigen. Die Abbindereaktion ist eine Polymerisation, die nach vorgeschriebener Verweildauer im Mund noch nicht abgeschlossen ist. Deshalb sollte die Abformung frühestens drei Stunden nach der Entnahme aus dem Mund des Patienten ausgegossen werden. Aus diesem Grund ist es auch sinnvoll, wenn auf dem Auftragszettel der Praxis, der Abformzeitpunkt (Datum und Uhrzeit), angegeben wird. 

Sowohl das Abformmaterial, wie auch die fertige Abformung müssen bei Raumtemperatur gelagert werden. Polyäthermaterialien haben eine Abbindekontraktion von ca. 0,1%. Wenn die Abformungen trocken und vor Licht geschützt gelagert werden, können sie bis zu maximal 7 Tage aufbewahrt und ohne wesentliche Qualitätseinbußen ausgegossen werden. Bei feuchter Lagerung quellen sie durch Wasseraufnahme, unter Einfluss von UV-Licht beginnt das Material sich zu zersetzen. Der Einsatzbereich erstreckt sich über alle zahntechnischen Bereiche.

Polyäthermaterialien sind sowohl für subgingivale wie supragingivale Präparationsformen geeignet. Auf Grund der hohen Shore-Härte wird Polyäther besonders gerne für Fixationsabformungen eingesetzt. Als Abformtechnik kann nur die Sandwich- und die Einphasenabformtechnik angewendet werden. Impregum und Permadyne, beides Polyäther der Firma Espe, sind miteinander kombinierbar. Mit Silikon verbindet das Material sich jedoch nicht und eine Kombination von Polyäther und Silikon führt zwangsläufig zu Misserfolg! Als Abformlöffel sollten Rimlocklöffel bevorzugt werden. Perforierte Löffel sind auf Grund der extremen Thixotropie (Fließfähigkeit unter Druck, Standfestigkeit ohne Druck) der Polyäthermaterialien ungeeignet. Glatte Metalllöffel müssen mit einem speziellen Haftvermittler versehen werden. Dieser spezielle Haftvermittler ist nur für Polyäther zu verwenden und möglichst dünn aufzutragen. Die vom Hersteller angegebene Trockenzeit ist einzuhalten, da sonst kein Haftverbund gewährleistet ist. Auch der Einsatz von individuellen Löffeln (Autopolymerisat) ist möglich. Eine Mindestschichtstärke des Abformmaterials von 3mm darf bei allen Abformtechniken auf keinen Fall unterschritten werden.

Informationen zum Umgang mit Abformungen aus Polyäther: Unmittelbar nach der Entnahme aus dem Mund des Patienten muss die Abformung unter fließendem Wasser gespült werden. Die Desinfektion der Abformung muss immer bereits in der Praxis erfolgen. Eventuelle dorsale Überhänge sollten ebenfalls bereits in der Praxis weggeschnitten werden, da sie das Lösen des Abformmaterials aus dem Löffel beim Verpacken begünstigen und so zu Fehlern führen. Anschließend die Abformung unbedingt trocken und druckfrei verpacken. Polyäther kann Feuchtigkeit aufnehmen und quellen. Daher ist ein trockenes Verpacken besonders wichtig. (Nicht zusammen mit Alginat verpacken!)

Informationen zum Ausgießen: Zur korrekten Vorbehandlung sollten Sie wissen um welches Abformmaterial es sich handelt. Polyäther sind benetzungsfreundlich (hydrophil). Sie dürfen keinesfalls mit einem Silikonentspanner vorbehandelt werden. Die trockene Abformung nur unmittelbar vor dem Ausgießen mit Wasser benetzen und das Wasser ausschütteln. Anderenfalls krallt sich der Gips durch Wasserentzug regelrecht am Abformmaterial fest und lässt sich nur schwer entformen.

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